Schutzhelm

Ein Typ-1-Sicherheitshelm schützt vor allem gegen Aufprall von oben. Ein Typ-2-Helm nimmt seitliche Schläge besser auf. Deshalb wählt man Typ 2, sobald die Gefahr besteht, seitlich anzustoßen, in engen Räumen zu arbeiten oder viel Bewegung in der Nähe von Stahl, Gerät und Gerüstbau zu haben.

Die Begriffe stammen vor allem aus der amerikanischen ANSI-Einteilung. In Europa schaut man zusätzlich auf EN 397 und mögliche ergänzende Anforderungen. Trotzdem hilft die Unterscheidung, denn die praktische Frage bleibt einfach: willst du nur Schutz auf dem Kopf oder auch mehr Sicherheit an den Seiten?

Was bedeutet Typ 1?

Typ 1 ist für Aufprall auf der Oberseite des Helms ausgelegt. Das passt zu vielen Standardarbeiten auf der Baustelle, in der Logistik und in der Produktion, bei denen das größte Risiko von oben kommt, zum Beispiel herabfallendes Werkzeug oder Kontakt mit einer festen Konstruktion über dem Kopf.

So ein Helm bleibt sinnvoll, wenn du aufrecht arbeitest und wenig Risiko für seitliche Zusammenstöße hast. Denk an Lagerarbeit, kurze Montageeinsätze oder Arbeiten, bei denen du vor allem Schutz gegen herabfallende Teile suchst. Im Grunde startest du dann mit einem guten Sicherheitshelm, der gut zu deinem Arbeitsplatz und der Tragedauer passt.

Was bedeutet Typ 2?

Typ 2 geht einen Schritt weiter und ist so konzipiert, auch seitliche Aufprälle besser zu dämpfen. Das merkst du besonders in Situationen, in denen du nicht nur von oben getroffen werden kannst, sondern auch an Rohren, Gerüstteilen, Maschinenarmen oder hervorstehenden Kanten entlangbewegst.

Dieser zusätzliche Schutz bedeutet nicht, dass jeder Typ-2-Helm automatisch für alle besser ist. Es heißt aber, dass der Helm interessanter wird, sobald du dich viel drehst, bückst, kletterst oder in beengten Räumen arbeitest. Schau deshalb immer weiter als nur ein Etikett und vergleiche deinen gesamten Kopfschutz hinsichtlich Passform, Stabilität und Kompatibilität.

Wann reicht Typ 1 aus?

Typ 1 ist oft ausreichend bei Arbeiten, bei denen die Bewegungen vorhersehbar sind und die Gefahr hauptsächlich von oben kommt. Denk an Wartungsarbeiten in einem Technikraum mit freien Laufwegen, Kommissionierung im Lager oder kurze Einsätze, bei denen du kaum an festen Hindernissen vorbeigehst.

Auch Unternehmen, die vorwiegend nach europäischen Norm arbeiten, schauen oft zuerst auf EN 397, Tragekomfort und Zubehör. Wenn das Risiko seitlicher Einwirkungen begrenzt ist, muss ein schwererer oder komplexerer Helm kein / keine keinen Mehrwert bieten. Sicher wählen heißt also nicht automatisch mehr wählen, sondern gezielter wählen.

Wann wählst du Typ 2?

Typ 2 ist sinnvoll, sobald seitliche Treffer realistisch sind. Denk an Gerüstbau, Wartung in Installationsräumen, Arbeiten in Hubarbeitsbühnen, Abbruch, Stahlbau und Montage zwischen Leitungen oder Kabelkanälen. Dort dreht sich dein Kopf oft mit der Arbeit und Kontakt kommt nicht immer von oben.

Auch bei viel Bewegung an ungleichmäßigen Stellen ist zusätzliche Stabilität angenehm. Wenn du oft nach oben schaust, kriechst, durchgehst oder unter Hindernissen manövrierst, willst du kein / keine eine Schale, die nicht verrutscht, sobald dein Tempo steigt. Kombiniere so einen Helm bei Bedarf auch mit einem Schutzbrille, das gut anliegt. Dann bleibt dein Blick ruhig und du musst während der Arbeit weniger korrigieren.

Worauf solltest du achten?

Achte zuerst auf die Passform. Ein Helm, der theoretisch mehr kann, aber locker sitzt oder drückt, verliert schnell seinen Vorteil. Der richtige Helm sitzt tief, stabil und lässt sich auch mit Handschuhen leicht verstellen. Vor allem an langen Tagen merkst du sofort, ob Innenausstattung und Schweißband gut mitarbeiten.

Schau danach auf das Zubehör. Arbeitest du mit Gehörschutz, Lampenclips oder Gesichtsschutz, dann muss alles mechanisch gut zusammenpassen. Ein uneinheitliches Set sorgt schnell für Ärger und führt oft zu halb getragenen PSA. Deshalb lohnt es sich, auch deinen Gehörschutz in die Auswahl einzubeziehen.

Norm allein reicht nicht

Normierung bleibt wichtig, aber du kaufst kein / keine einen sicheren Helm nur auf dem Papier. Die richtige Wahl ergibt sich erst, wenn Norm, Arbeitsumgebung und Tragekomfort zueinander passen. Ein Typ-1-Helm kann an einem ruhigen Arbeitsplatz völlig ausreichend sein. Ein Typ-2-Helm wird logischer, sobald seitliche Kollisionen ein ernsthaftes Risiko darstellen.

Die schnellste Faustregel ist diese: Kommt die Gefahr hauptsächlich von oben, bist du oft mit Typ 1 gut bedient. Besteht auch die Möglichkeit für seitliche Aufprälle, arbeitest du in engen Räumen oder bewegt sich dein Kopf ständig mit der Arbeit mit, dann verdient Typ 2 ernsthafte Beachtung. Du wählst dann nicht den coolsten Helm, sondern den Helm, der zum tatsächlichen Risiko deines Arbeitstages passt.