Untersuchung Schwarzarbeit

Untersuchung: Sechzig Prozent der Bauprofis arbeiten gelegentlich schwarz


Untersuchung – Montag, 11. Dezember 2023

Wir haben 300 Bau-Fachkräfte nach ihren Erfahrungen und Einstellungen zur Schwarzarbeit befragt. Aus der Untersuchung geht hervor, dass fast sechs von zehn Bauarbeitern in den Niederlanden gelegentlich schwarzarbeiten. Die Mehrheit beschränkt dies auf höchstens drei Mal pro Jahr. Etwa einer von sieben geht jedoch monatlich schwarz nach, und manche verdienen damit sogar mehr als in ihrem regulären Job. Auch wenn der Grund, um schwarz zu arbeiten, oft gut nachvollziehbar ist, möchten wir betonen, dass die (finanziellen) Folgen bei einem Unfall häufig sehr groß sind.


So ist es: Bei einem Unfall während einer „schwarzen“ Tätigkeit ist man nicht abgesichert. Und es ist nun einmal Tatsache, dass die Sicherheitsrisiken bei Arbeiten im Baugewerbe größer sind als in den meisten anderen Branchen. Angenommen, als Maler fällst du von einer Leiter oder einem Gerüst – dann kann es durchaus sein, dass du dadurch Wochen oder Monate nicht arbeiten kannst. Da man nicht für Arbeitsunfähigkeit versichert ist, hat man dann kein Einkommen. Von den Befragten sind 95 % sich dieses Risikos bewusst.



Unverzichtbare Zusatzverdienste

Unsere Untersuchung zeigt außerdem, dass Schwarzarbeit häufig aus finanzieller Not heraus geschieht. Ein Drittel der befragten Bau-Fachkräfte ist der Meinung, dass die Hälfte der Branche ohne Arbeit da stünde, wenn Schwarzarbeit komplett verschwinden würde. Übrigens sind fast ein Viertel auch komplett anderer Ansicht zu dieser Aussage.



Darüber hinaus finden viele Bauarbeiter, dass sie mehr verdienen sollten. Mehr als 35 % sind nicht einverstanden mit der Aussage, dass sie für die Arbeit, die sie leisten, fair bezahlt werden. Zudem sieht die überwiegende Mehrheit nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Kunden, die oft nach Schwarzarbeit fragen, als mitverantwortlich. Mehr als sieben von zehn Befragten teilen diese Meinung.



Schwarzarbeit als Haupteinkommen

Schwarzarbeit ist so eng mit dem Baugewerbe verbunden, dass ein großer Teil der Bau-Fachkräfte sogar mit „Auftrag-und-nach-der-Spur“-Tätigkeiten mehr verdient als mit regulärer Arbeit. Am häufigsten gibt dies 36 % der befragten Personen an, die hin und wieder schwarzarbeiten.


Ursachen für Schwarzarbeit proaktiv angehen – notwendig

Unsere Untersuchung zeigt, dass zusätzliches Einkommen durch Schwarzarbeit für viele im Baugewerbe unverzichtbar ist. Dennoch sind die Risiken erheblich. Daher fordern wir die neu zu bildende Regierung auf, einzugreifen. Es braucht eine Lösung, die sowohl die finanzielle Not hinter der Schwarzarbeit adressiert als auch die Arbeitsbedingungen verbessert. Jetzt ist der Zeitpunkt, sowohl die Symptome als auch die tieferliegenden Ursachen der Schwarzarbeit in der Bauwirtschaft anzugehen.

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